3Der schnellste Weg: Board-Setup-Assistent
Wann der Assistent sinnvoll ist
Manuelle Arbeit lohnt sich, wenn Sie mit wenigen, präzisen Elementen starten — etwa einer einzelnen Person und einer Adresse. Der Board-Setup-Assistent lohnt sich, wenn Sie viel Material haben, das strukturiert werden soll:
- Ein Zeitungsartikel über einen Vorfall mit mehreren Beteiligten und Orten
- Ein Wikipedia-Eintrag zu einem historischen Ereignis
- Eine Pressemitteilung einer Behörde mit Bewegungsdaten
- Ein Polizeibericht oder eine Fallakte mit mehreren Akteuren
Der Assistent liest den Text, erkennt Personen, Orte, Zeitpunkte und Bewegungen — und legt sie als korrekt verbundene Elemente auf dem Board ab.
Den Assistenten öffnen
Der Board-Setup-Assistent ist von zwei Stellen aus erreichbar:
1. Über das Plus-Menü
Klicken Sie auf den + Button oben rechts. Als letzter Eintrag, lila hervorgehoben, erscheint Board-Setup-Assistent.
2. Über das AI-Dropdown
Oben rechts im Board-Header finden Sie das AI Assistant-Menü. Dort ist der Assistent ebenfalls verfügbar.
Beide Wege öffnen denselben Dialog.
Die drei Phasen
Der Assistent arbeitet in drei Phasen. Sie entscheiden nach jeder Phase, wie es weitergeht.
Phase 1 — Eingabe
Im ersten Schritt geben Sie der KI Material zum Arbeiten. Zwei Eingabefelder stehen bereit:
Briefing (Freitext)
Eine kurze Beschreibung des Falls in eigenen Worten. Zum Beispiel:
Quell-URLs
Eine oder mehrere Adressen, die die KI scrapen soll. Nachrichtenartikel, Wikipedia-Seiten, behördliche Mitteilungen. Über das + Symbol fügen Sie weitere URL-Felder hinzu. Alle URLs werden gescrapt, der Inhalt wird ins Briefing übernommen.
Sie können beides kombinieren oder nur eines verwenden. Klicken Sie dann auf Weiter.
Phase 2 — Ereigniskomplexe und Bewegungen
Jetzt analysiert die KI das Material. Nach wenigen Sekunden erscheint eine Vorschau:
Ereigniskomplexe
Wenn das Material mehrere Ereignisse enthält (z. B. zwei getrennte Vorfälle an unterschiedlichen Tagen), zeigt die KI sie als Checkbox-Liste. Sie wählen, welche ins Board sollen.
Bewegungen
Alle räumlich darstellbaren Bewegungen werden aufgelistet:
| Akteur | Von | Nach | Zeit | Transport |
|---|---|---|---|---|
| Verdächtiger | Kottbusser Tor | Görlitzer Park | 23:15–23:42 | Fahrzeug |
| Zeuge B | Adresse X | Adresse Y | 22:30–22:45 | zu Fuß |
Per Checkbox wählen Sie, welche Bewegungen als animierte Pfade ins Board kommen sollen. Wer nur Elemente ohne Bewegungen will, klickt auf Überspringen.
Phase 3 — Aufbau
Die KI baut das Board jetzt automatisch auf:
- Elemente für alle Personen, Orte und Ereignisse
- Eine Karte mit allen relevanten Standorten
- Bewegungspfade — berechnet per OSRM-Routing, also mit echter Straßenführung und realistischen Geschwindigkeiten pro Segment
- Verbindungen zwischen allen Elementen, Karten und Datenquellen
- Konfidenz-Typen passend zum Kontext (was aus Quellen belegt ist: Gesichert; was aus Zeugenaussagen stammt: Ungesichert)
Je nach Umfang dauert das einige Sekunden bis wenige Minuten. Sie sehen live, wie Elemente auf dem Board erscheinen.
Nach dem Aufbau: Nachbearbeiten
Der Assistent liefert einen Startpunkt, keine finale Ermittlung. Einige typische nächste Schritte:
- Elemente ergänzen, die in den Quellen nicht erwähnt waren
- Konfidenz-Typen anpassen — was die KI als „Gesichert" markiert hat, ist für Sie vielleicht nur „Ungesichert"
- Weitere Datenquellen hinzufügen — Google Trends, Satellitenbilder, Telegram
- Hypothesen formulieren (siehe Kapitel 22) — was wollen Sie eigentlich prüfen?
- Bewegungspfade verfeinern — Zeitpunkte korrigieren, Umkreise ergänzen
Alles, was der Assistent angelegt hat, können Sie frei bearbeiten, löschen oder ergänzen. Die KI schreibt nichts in Stein.
Board-Assistant im Chat
Sobald Sie gescrapte Quellen oder Elemente im Projekt haben, erscheint im AI-Dropdown der Eintrag Mit Board Assistant sprechen. Das ist kein neuer Aufbau-Wizard, sondern ein Chat mit vollem Schreibzugriff auf Ihr aktuelles Projekt:
- „Lege ein neues Element für Person C an, Adresse: Friedrichstraße 200, Berlin"
- „Füge einen Telegram-Kanal als Datenquelle hinzu, Begründung: mögliche Koordination"
- „Verbinde das Element Verdächtiger mit der Karte"
- „Lösche den Bewegungspfad mit den offensichtlich falschen Zeiten"
Der Chat führt die Aktionen aus und zeigt unter jeder Antwort eine ✓/✗-Liste der tatsächlich ausgeführten Schritte. So bleibt nachvollziehbar, was die KI verändert hat.
Wann der Assistent an Grenzen stößt
Der Assistent ist stark bei gut strukturierten Textquellen. Er stößt an Grenzen bei:
- Sehr vage formulierten Briefings ohne konkrete Orte oder Zeiten
- Widersprüchlichen Quellen — die KI versucht zu harmonisieren, was manchmal nicht hilfreich ist
- Spezialisierten Datenquellen — für Satellitenbilder, Google Trends oder Traceroute müssen Sie die Parameter meist manuell einstellen
- Forensisch sensiblen Fällen, wo jede Zuordnung manuell geprüft werden muss
Für solche Situationen ist der manuelle Aufbau (Kapitel 4 ff.) die bessere Wahl — oder Sie lassen den Assistenten einen groben Rahmen anlegen und verfeinern ihn dann Schritt für Schritt.
Was Sie jetzt können
- Den Board-Setup-Assistenten über Plus-Menü oder AI-Dropdown öffnen
- Ein Briefing formulieren und URLs als Quellen hinzufügen
- Ereigniskomplexe und Bewegungen auswählen, die ins Board sollen
- Ein automatisch aufgebautes Board nachbearbeiten
- Den Board-Assistant im Chat nutzen, um weitere Aktionen auszuführen